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Gedanken Des Monats

Impulse für den Alltag


Hier finden Sie jeden Monat ein paar Zeilen, die Ihnen helfen sollen, im Alltag eine kurze Pause einzulegen und über Gott und die Welt nachzudenken. Wir wünschen Ihnen viel Segen und persönlichen Gewinn beim Lesen.

Irrwege zum Ziel

"Manchmal muss man Umwege machen, um auf den richtigen Weg zu kommen."

Unbekannt

Irrgarten

Bild von SUSANNE MUMM auf PIXABAY

Liebe Leserinnen und Leser,

der Auszug des Volkes Gottes aus Ägypten und die Wanderung durch die Wüste finde ich eine der beeindruckendsten und gewaltigsten Aktionen, die im Alten Testament beschrieben werden.

Das von Gott verheißene Land Kanaan (im heutigen Israel) lag etwa 400 km Luftlinie von Ägypten entfernt. Das Volk machte sich auf und erreichte nach etwa drei Monaten den Berg Horeb. Von dort wären es noch etwa 11 Tagesreisen nach Kanaan gewesen. Doch Gottes Volk irrte letztlich ganze 40 Jahre(!) in der Wüste umher, bevor es endlich am Ziel war. Ich habe mich oft gefragt, warum das so lange gedauert hat. Es war die Konsequenz ihres Unglaubens!

Das Volk sandte Kundschafter aus, um das versprochene Land zu erforschen (obwohl dies aufgrund Gottes Zusagen nicht nötig gewesen wäre). Zehn von zwölf Kundschaftern (außer Josua und Kaleb) hatten so negativ berichtet, dass das ganze Volk entmutigt wurde. Sie wurden ungläubig, frustriert, unzufrieden und mürrisch. Sie waren davon überzeugt, dass sie das Land niemals bevölkern könnten. Teilweise sehnten sie sich sogar wieder zurück nach Ägypten (in die Gefangenschaft). Also schwor sich Gott, dass alle Männer ab 20 Jahren das verheißene Land nicht sehen sollten. Sie sollten 40 Jahre (1 Jahr für jeden Tag, an dem die Kundschafter unterwegs waren) in der Wüste umherwandern, bis alle, die Josua und Kaleb nicht geglaubt hatten, gestorben wären. Gott hatte ihren Unglauben satt. Er wollte mit einer neuen Generation nochmal neu anfangen. Das Volk musste die bitteren Konsequenzen tragen – Endstation Wüste, aus der Traum!?

Gehst Du manchmal Irrwege oder Umwege in deinem Leben? Zweifelst du an Gottes Güte und an seinen Zusagen? Bist du unzufrieden mit deiner momentanen Lage? Wir halten uns oft für klug und nehmen dann das Ruder gerne selbst in die Hand, treffen (falsche) Entscheidungen und wenn es schief geht, geben wir gerne anderen die Schuld für unsere Misere. Wir biegen auf unserer Lebensstraße irgendwo falsch ab und wundern uns, warum wir plötzlich in der kargen Landschaft unsere Kreise drehen. „Was soll ich hier? Wie bin ich nur hierher gekommen?“ Die Stimme unseres Navigators, die uns stetig zugerufen hat „Bitte wenden!“ haben wir schon lange überhört. Und irgendwann wird uns schmerzlich bewusst, dass es ein Fehler war, nicht auf diese Stimme zu hören.

Wüstenreisen sind in der Regel unangenehm, entbehrungsreich und gefährlich. Die gilt es zu vermeiden. Und Irrwege sind eigentlich auch überflüssig. Mit Gott als Navigator haben wir den direkten Wegweiser zum Ziel und könnten uns manchen Umweg sparen. Und doch lassen wir uns hin und wieder vom Ziel abbringen, weil wir denken, den richtigen Weg besser zu kennen.
Umwege und Wüstenzeiten können aber auch heilsam sein, wenn wir uns darauf einlassen. Sie prägen und formen uns, können uns Demut und Gehorsam lehren. Dann wird uns bewusst, dass wir auf die Hilfe und Gnade Gottes angewiesen sind, wenn wir ankommen wollen. Das stärkt unseren Glauben und macht ihn letztlich tiefer, echter und wertvoller.

Wenn du das Gefühl hast, auf deiner Lebensreise im Kreis zu laufen oder im Wüstensand festzustecken, denke daran: Gott ist mit dir und verlässt dich nicht! Er läuft an deiner Seite und trägt dich wenn du schwach bist. Er erträgt auch dein Murren und Klagen, dein Jammern und Stöhnen. Er hat immer noch einen guten Plan für dich und will, dass dein Leben gelingt. Er lässt auch zu, dass du Umwege gehst, um dir Zeit zu geben, deine Pläne und dein Handeln zu überdenken.

Und im Gegensatz zu den Kindern Israels gibt es für uns heute einen entscheidenden Unterschied: Durch Jesus tragen wir den Heiligen Geist in uns. Er leitet uns in alle Wahrheit, zeigt uns den richtigen Weg zur richtigen Zeit und lehrt uns Demut und Umkehr. Wenn du mit Jesus unterwegs bist, und den Heiligen Geist als Navigator hast, steht es außer Frage, dass du das gelobte Land – die Ewigkeit im Himmel – in jedem Fall erreichen wirst!

Herzliche Segensgrüße

Dietmar Schwarz

Dietmar Schwarz